Dienstag, 29. August 2017

Erst oberzappenduster, aber dann langsam wieder heller - wie sich Anja von "Ein Stück untröstlich" nach dem Tod ihres Partners aus der Dunkelheit herausgeschält hat - Interview mit der Bloggerin aus Lübeck & Tipps zum Umgang mit Trauernden

Osnabrück/Lübeck - Anja ist "ein Stück untröstlich". Auch heute noch, denn so heißt ihr Blog. Und trotzdem ist sie mitten im Leben. Als Ihr Mann Ende 2014 die Diagnose Hirntumor bekam, konnte keiner ahnen, dass ihm nur noch fünfeinhalb Wochen bleiben sollten. Was für ein Schock. Heute, durchaus noch im Trauerprozess, aber schon wieder bewegungsfähiger, beschreibt Anja ihre Gefühle und ihre Trauer in ihrem eigenen Blog (siehe hier); ganz ehrlich, ganz offen, ganz berührend. Wie sie ihren Trauerprozess erlebt hat, was sie darin geärgert hat und was ihr gut getan hat und warum das mit dem Begreifen so eine zwiespältige Sache ist, das erzählt sie in einem Interview, das ich gerne mit ihr führen wollte. Das Interview haben wir in drei Durchgängen per E-Mail durchgeführt - es ist, wie ich finde, sehr lesenswert geworden. Hier ist es: 

Anja, hast Du eine Ahnung, warum ich Dich so gerne interviewen wollte?

Anja: Huch? Darüber habe ich mir ehrlich gesagt gar keine Gedanken gemacht… Ich habe mich einfach gefreut… Lass mich mal überlegen: Du warst von meinem Charme und Humor total überwältigt. Nee, Moment, wir kennen uns ja noch gar nicht persönlich... :-) Dann warst Du wohl von meinem Schreibstil geflasht und dermaßen begeistert, dass Du nicht anders konntest, als mich zu fragen.... Naja, die Anzahl Blogger, die sich mit dem Thema Trauer und Tod beschäftigen, ist überschaubar – die Auswahl ist also nicht sooo riesig… Alle anderen haben abgesagt *g* Ich gebe auf – ich weiß es einfach nicht… Verrätst Du mir, warum?

Okay, ich will Dich nicht länger auf die Folter spannen: Weil Du auf Deinem Blog betonst, wie wichtig es Dir ist, dass viel mehr über Themen wie Tod, Trauer und Sterben gesprochen wird. Das habe ich mir selbst zum Credo gemacht. Überrascht?

Anja: Oooooch… doch nicht mein Schreibstil?!?! Hihi… Scherz… Wie cool, dass wir da so gut matchen. Und schwupps sind wir mittendrin im „Darüber sprechen“. Ich finde es toll, wenn wir es schaffen, die Themen weiter ins Leben zu rücken. Jeder einzeln für sich (Du auf Deinem Blog, ich auf meinem,…) und dann auch im Austausch miteinander, um den Kreis größer zu ziehen – vielleicht verändern wir die Welt gemeinsam ein kleines bisschen…?

Als Du Deinen Mann verloren hast, war es eine knallharte Zeit: Erst die Diagnose Hirntumor, wie aus dem Nichts. Und dann nach nur fünfeinhalb Wochen: Der Tod. Da muss man erstmal hinterherkommen. Wie lange ist das jetzt her?


Immer noch untröstlich, jedenfalls ein Stück - aber eines, das bleiben wird: Anja bloggt über ihren Trauerweg und gibt wertvolle Tipps für Trauernde.    (Ein-Stück-untröstlich-Foto/Anja)

Anja: Ohja, während der Phase habe ich Zeit überhaupt nicht realisiert. Erst im Nachhinein ist es immer wieder krass, wie kurz dieser Zeitraum war, der durch seine Intensität unglaublich viel Raum eingenommen hat. Ich freue mich übrigens, dass Du nach „meinem Mann“ fragst – offiziell waren wir nämlich nicht verheiratet. Da wir aber wie Eheleute gelebt und füreinander eingestanden haben ist es für mich ganz natürlich, ihn als meinen Mann zu bezeichnen. Andreas ist im November 2014 gestorben. Also (rechne…) etwas mehr als 2 ½ Jahre ist das her.

Ab wann war Dir klar, dass Du zu Deiner Geschichte einen Blog aufmachen wolltest – und wie kam das?

Anja: Das hat sich nach und nach entwickelt, denke ich. Ich habe im letzten Jahr viel auf Silke Szymuras Blog „In lauter Trauer“ gelesen und habe auch Kommentare hinterlassen. Dieser kleine Austausch mit ihr und den anderen Kommentierenden hat mich sehr inspiriert. Ich hatte dann immer häufiger eigene Einfälle und dachte mir, dass ich das mal aufschreiben könnte (hab ich aber nicht). Im März wurde ein Interview mit meiner Geschichte auf „Dein Tod und ich“ veröffentlicht. Und dann habe ich mich mit „Darf ich bitte trotzdem Witwe sein“ an Silkes Aktion „Alle reden über Trauer“ beteiligt. Das Feedback, das mich daraufhin erreicht hat, war überwältigend schön. Danach hat es bei mir „klick“ gemacht und ich habe mich tatsächlich intensiver mit dem Gedanken beschäftigt, einen eigenen Blog ins Leben zu rufen. Bis zur Umsetzung hat es dann noch ein wenig gedauert, aber seit dem 1. Juli laufe ich nun irgendwie ein bisschen nackt durch die virtuelle Welt... :-) Im Nachhinein kann ich nicht nachvollziehen, weshalb ich nicht viel früher mit dem Schreiben begonnen habe – egal, in welcher Form. Das Aufschreiben meiner Gedanken hat mir schon immer gut getan. Aber irgendwie war diese Option wohl bis dahin für mich blockiert und hat sich erst dann gelöst.

Gab es irgendwann in Deinem Trauerprozess einen Augenblick, wo Du aus vollem Herzen sagen konntest: Ja, es ist wahr, jetzt habe ich es wirklich begriffen, mein Mann lebt nicht mehr?

Anja: … als ich diese Frage das erste Mal las, saß ich hier *zack*, tränenüberströmt. Auch jetzt habe ich Tränen in den Augen… Puh…! Ich versuche mal eine Antwort: Mein Verstand hat begriffen, dass mein Mann nicht mehr lebt, als er aufgehört hat zu atmen. Ich habe Andreas ja beim Sterben begleitet, durfte da sein, als er starb. Da war dann dieser Zeitpunkt, als sein Körper aufgehört hat zu funktionieren… Er war noch eine Weile hier, bevor die Bestatter kamen. In der Zeit konnte ich beobachten und fühlen (begreifen im wahrsten Sinne des Wortes), wie sich sein Körper verändert hat, wie seine Seele nicht mehr in diesem Körper zu wohnen schien. Sein Körper war nur noch Hülle. Da war klar: er lebt nicht mehr, er ist fort… Tja, aber das ist wie gesagt der Verstand, der das begriffen hat. Das Herz… nun, das Herz spielt da nicht mit. Das ist es auch, glaube ich, was mich bei dieser Frage so anrührt. Mein Herz sagt mir: „Ich verstehe die Frage nicht… wieso soll ich begreifen, dass er nicht mehr lebt? Er ist doch noch immer noch da? Schau, hier, hier tief drin in mir ist er doch noch…?“ Also muss ich Deine Frage wohl mit „Nein, nie“ beantworten, oder? Das soll jetzt bitte nicht so wirken, als würde ich ignorieren, dass er gestorben ist. Ich führe mittlerweile ein glückliches Leben und fühle mich frei, liebe und lebe. Aber Andreas wird immer einen Platz in meinem Herzen behalten, ohne anderem Raum zu nehmen.

Dass Du beim Sterben dabei sein konntest, war sicher sehr wertvoll. Als ich Deine Antwort gelesen habe, musste ich an mein Lieblingszitat aus Julian Barnes‘ wunderbarem Buch „Lebensstufen“ denken: Wenn jemand tot ist, heißt das zwar, dass er nicht mehr am Leben ist, aber es heißt nicht, dass es ihn nicht mehr gibt… Trifft es das? 

Anja: Ja, ich glaube, das kommt dem ziemlich nah. Mir fiel als Vergleich noch etwas Erklärendes ein, wie diese Liebe zum verstorbenen Partner weiter da sein kann. Du hast doch Kinder, oder? Das ist ein wenig so wie die Liebe zum eigenen Kind – die ist da und allumfassend, trotzdem kannst du deinen Partner von ganzem Herzen lieben. Das darf beides gleichzeitig da sein und keine Liebe stellt die andere in Frage. Ich glaube, so füllt uns auch die Liebe zu Verstorbenen. Sie bleibt, bereichert und wärmt uns, stellt aber keine anderen Gefühle in den Schatten. „Lebensstufen“ setze ich direkt mal auf meine Wunsch-Leseliste…

In Deinen dunkelsten Trauerphasen – wie dunkel war es da?

Anja: Oberzappenduster… es gibt kein passendes Wort, das diese Dunkelheit genau beschreiben kann.

Was hat Dir damals gut getan?
Anja: 
- eine stillschweigende Umarmung von meinem Sohn
- Telefonate mit meiner Trauerbegleiterin (Gisela Sender – mein Stern)
- Spaziergänge am Meer
- Whatsappen mit meiner Trauerbegleiterin
- „Aussteigen“ aus den Alltagsverpflichtungen, nicht funktionieren, still sein
- einmal hat mich ein Baum getröstet (klingt verrückt, gell? Bäume umarmen tut aber echt gut und bringt Energie… Hast Du das schon mal gemacht?)
- einer Freundin die Ohren vollsabbeln oder –heulen

Mich ablenken habe ich auch versucht – das hat aber nie lange funktioniert und anschließend war der Schmerz umso fieser. Übergreifend hat es mir immer gut getan, Orte aufzusuchen, wo ich für mich sein und Weite spüren kann (Meer, Wald,…) oder mich mit Menschen zu umgeben, die mich in meiner Trauer aushalten können und mich so lassen, wie ich bin.

Wie hat Dein Umfeld reagiert? Vor allem nach einer längeren Zeit?


Hat sich für ihren Blog sogar ein eigenes Logo malen lassen: So sieht die Startseite von "Ein Stück untröstlich" aus... (Screenshot)

Anja: Alle waren sehr hilfsbereit und gleichzeitig irgendwie hilflos… Ich habe schon während Andreas‘ Krankheitsphase sehr offen kommuniziert, was bei uns gerade los ist und wie ich mich fühle. Es gab überraschend schöne Reaktionen darauf und jede einzelne hat mir gut getan. Mir ging es auch am besten mit denjenigen, die ebenso mutig mit mir kommuniziert haben (mit einem „ich bin total sprachlos“ kann ich besser umgehen als wenn man gar nicht mit mir spricht…). Tja, nach längerer Zeit dann, da merkt man, wem man am Herzen liegt – wer macht diesen Trauermarathon mit? Wer bleibt auf der Strecke?
Mein Umfeld hat sich definitiv verändert. Zu den wenigen Marathonläufern haben sich neue wunderbare Menschen in mein Leben gesellt. Ich bin dankbar und glücklich, dass es nun so ist, wie es ist. Was ich gerade spannend finde: ich habe mir keine Sprüche anhören müssen wie „nun ist es aber auch mal gut. Es wird Zeit, dass du nach vorne schaust.“ Ich vermute, niemand hat sich getraut, mir so etwas zu sagen. Einerseits wohl, weil ich so offen kommuniziert habe, wie es mir gerade geht. Andererseits hat Gisela mich immer darin bestärkt, dass ich genau so richtig und gut unterwegs bin, wie ich es zu dem Zeitpunkt gerade bin. Mit meinen offenen Worten und mit Giselas Bestärkung habe ich wohl ein entsprechendes Selbstverständnis vermittelt, das keinen Widerspruch duldet J

Was hat Dich am meisten genervt in Deinem Trauerprozess? Oder wütend gemacht

Anja: Ich mag Deine Fragen, Thomas! Du solltest vielleicht mal überlegen, ob Du das beruflich machen könntest… Es gab Phasen, da war ich ungeduldig mit mir. Ich wollte bitte endlich wieder funktionieren, wieder „normal“ sein (äh, was ist das eigentlich?!?). Ich konnte mich manchmal selber nicht gut aushalten, das hat mich total genervt. Auch hier ein dickes Dankeschön an meine Trauerbegleiterin Gisela, die mir da den Kopf gerade gerückt hat und das auf eine soooo liebe Art und Weise… Was mich so richtig, richtig wütend gemacht hat, das war das Verhalten der Verwandten meiner Schwiegermutter. Ohne Trauschein war ich nach Andreas‘ Tod quasi nicht existent, obwohl ich trotz meiner eigenen Trauer immer und überall für meine trauernde Schwiegermutter da war. Hinzu kommt dieses Ohnmachtsgefühl den Behörden gegenüber. Als Lebenspartnerin darf man zu Lebzeiten zwar immer für den Partner geradestehen, Kost und Logis und alles teilen – aber nach dem Tod verschwindet man in einer Art Nicht-Existenz ohne Rechte… Einen großen Teil dieser Wut habe ich in meinem Artikel „Darf ich bitte trotzdem Witwe sein“ verarbeitet. 

Was würdest Du sagen: Wie weit bist Du in Deinem Prozess? 


Anja: Auf einem sehr guten Weg, denke ich. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich mich so gut durch diesen Prozess geboxt habe. Ich finde die Anja, die ich jetzt gerade bin, großartig (huch? Doch, das kann ich mir mal selber sagen, finde ich). Mich hat die Trauer sehr verändert und gleichzeitig sehr auf mich zurückgeworfen. Mein Umfeld hat mir allerdings nicht gespiegelt, dass ich nicht mehr wiederzuerkennen sei. Ich bin wohl mehr „ich“ als ich bisher jemals war. 

Hättest Du damals – so am Anfang - gedacht, dass Du soweit kommen würdest?

Anja: Nie im Leben, Thomas. Ich dachte, ich zerbreche… ich schaffe es nicht durch diesen Schmerz.

Gibt es überhaupt so etwas wie ein „Ziel“ in einem Trauerprozess – was würdest Du sagen? 

Anja: Hm, nein… Irgendwie passt „Ziel“ für mich nicht zum Trauern. Das würde ja bedeuten, dass man irgendwann „fertig“ ist damit. Geht das? Ich denke, dass das nicht geht. Die Lücke, die Andreas hinterlassen hat, die bleibt ja. Egal, wie sich mein Leben weiterentwickelt, wieviel Liebe in mein Leben kommt, wie glücklich ich mich fühlen werde… Und auch die Trauer bleibt ein Teil von mir – nicht als Belastung oder Schwere und als Gefühl, das mich traurig macht. Nein, als Bereicherung oder Erweiterung meines Gefühlsspektrums. Im Trauerprozess kann man aber sicher Teilziele erreichen. Wieder atmen können… Wieder lachen können… Glück spüren… einen Tag lang schmerzfrei sein… Dankbarkeit spüren… Hach, im Trauerprozess erlebt man so viele kleine „tschakka“-Momente, da weiß ich gar nicht, was ich noch alles aufzählen soll und was nicht.

Okay, ich will ehrlich sein, das war eine der Fragen, die ich mit Hintergedanken gestellt habe… eben weil ich im Gespräch mit Trauernden gerne sage, nein, es gibt jetzt erstmal keine Ziele für Sie. Es gibt nur ein Hindurchgehen. Was Du jetzt geantwortet hast, finde ich aber besonders wertvoll – das Wahrnehmen, ach ja, ich atme ja, als eine wichtige, sagen wir mal, Zwischenetappe auf dem Weg… Ich freue mich übrigens für Dich, dass Du an eine offenbar wirklich gute Trauerbegleiterin gekommen bist – wie hast Du sie entdeckt?

Anja: Oh, das klingt jetzt vielleicht kitschig, aber ich habe das Gefühl, sie wurde mir geschenkt… Ich habe erst nach Andreas‘ Tod überhaupt davon gehört, dass es Trauerbegleitung gibt – vorher wusste ich gar nichts darüber… Hier in Lübeck habe ich ein paar Optionen ausprobiert, aber es gab für mich nicht das passende Gegenstück.
Eine liebe Freundin (so ein kleines herziges Helferlein – sie liest bestimmt mit: Danke, du Liebe!) ist da eingesprungen. Sie kannte Gisela aus anderem Zusammenhang und wusste um ihre Trauerbegleiterausbildung. Mit feinem Gespür hat sie vermutet, dass wir zwei gut zusammenpassen. Tja, wir haben uns dann nach kurzem schriftlichen Austausch persönlich getroffen und siehe da: es passte! Ein Haken daran war höchstens, dass wir räumlich getrennt waren – Gisela lebt in Bremen. Es ist sicher schöner, wenn man sich persönlich austauschen kann… Aber was nicht passt, wird passend gemacht. Wir haben einen tollen Weg miteinander gefunden.

Du machst Dich ja, wie gesagt, dafür stark, dass viel mehr über Themen wie Tod, Trauer und Sterben gesprochen werden soll - ist das Schreiben Deines Blog für Dich eine Art therapeutischer Akt oder ein missionarischer?

Anja: Oh, das ist eine spannende Frage, finde ich. Ich dachte, ich wäre mit meiner Trauerbewältigung so weit fortgeschritten, dass ich relativ entspannt aufschreiben kann, was mir wichtig ist. Mein erster Ansatz war also eher missionarisch, denke ich. Beim Schreiben habe ich aber festgestellt, wie gut mir das Aufschreiben tut. Wie viele kleine Klötzchen sich nochmal neu sortieren und an einen anderen Platz fallen. Wie mir dann doch die Tränen laufen, wenn ich versuche, Erinnerungen zu greifen und in Schrift zu bringen… Toll ist, wenn ich über Tod, Trauer und Sterben schreiben kann und damit dazu beitrage, dass darüber gesprochen wird. Also… ich fände es großartig, wenn mein Blog einfach beides sein darf – Therapie für mich und Hilfestellung und Aufrütteln für andere… Was meinst Du?

Nach allem, was ich bei Dir so gelesen habe, stimme ich dem zu: Es ist beides. Mal Hand aufs Herz: Misst Du bei Deinem Blog auch die Einschaltquoten?

Anja: What?!?! Du nicht???

Okay, das ist fair – provokative Frage erzeugt Gegenfrage. Klar messe ich meine Einschaltquoten. Ich habe Themen gemacht, die laufen nach wie vor wie verrückt, auch weil sie über die sozialen Medien geteilt werden, ich habe auch Themen gemacht, die laufen gar nicht. Aber ich richte mich nur sehr begrenzt danach. Weil mich mein Blog im Moment des Schreibens kreativ erfüllt. Das ist das Allerwichtigste, was er soll… ehrlich… und vielleicht ein bisschen auf mich aufmerksam machen, zugegeben… :-)

Anja: Hahaha… Siehst Du? Ich wünschte, ich hätte das Selbstbewusstsein, dass es mir tatsächlich schnurzpiepegal wäre, ob mein Blog gelesen wird oder nicht. Da bin ich aber noch weit von entfernt ;0) Naja, und würde ich nur so vollkommen für mich schreiben, könnte ich das ja offline tun. Bei Wordpress gibt es ein Tool, das dir die Einschaltquoten anzeigt – das finde ich total spannend. Ich hätte wohl nicht von mir aus irgendwas eingerichtet, aber da das existiert, schaue ich natürlich auch rein. Und über Facebook verkünde ich auch, wenn ich etwas Neues veröffentlicht habe. Es scheint ja doch eine ziemliche Hürde für Leser zu sein, öffentlich Kommentare zu hinterlassen. Ohne Kommentare weiß ich aber gar nicht, ob es irgendwen da draußen interessiert oder gar berührt, was ich da tippe. So erfahre ich zumindest das Interesse mittels einer Zahl und freue mich über jeden einzelnen Aufruf meiner Seite :-) Während des Schreibens jedoch überlege ich nicht, was den Lesern gefallen könnte und was nicht – da bin ich ganz bei mir (ich nehme an, das ist das, was Du als kreative Erfüllung bezeichnest). Da wir eben ja auch über „Mission oder Therapie“ diskutiert haben und wir augenscheinlich beide eine Mission zu erfüllen haben, soll diese ja auch ankommen. Ist also wichtig, dass wir zwischendurch mal schauen, ob wir Leser treffen oder nicht…

Hast Du jemals überlegt, aus Deiner Erfahrung heraus anderen Trauernden zu helfen – wie es ja oft geschieht nach einem eigenen Trauerprozess?



Anjas Blog ist auch bei Facebook vertreten und Anja ist dort ebenfalls aktiv  (Screenshot). 

Anja: Na klar! Ich bin schon mittendrin. Ich habe im Frühjahr eine Ausbildung zur Trauerbegleitung im Ehrenamt abgeschlossen und werde ab September trauernde Erwachsene in einem Elterncafé begleiten. Ich finde es eine unglaubliche Bereicherung, Trauernden zur Seite zu stehen. Einerseits ein wenig aus Dankbarkeit, weil mir so wunderbar geholfen wurde und weil es mir wichtig ist, dass es mehr Hilfsangebote für Trauernde gibt – andererseits glaube ich, dass ich durch meine Erfahrung sehr authentisch begleiten kann.

Das finde ich spannend – Du gehst  in die Begleitung trauernder Eltern? Ein ganz anderes Feld als das, was Dich erreicht hat. Interessant… Eine steile These: Vielleicht wärest Du beim Thema Verlust des Ehepartners noch zu sehr am eigenen Grundwasser für eine aufrechte Begleitung (also, bei mir wäre es das Thema Kindsverlust, bei dem ich auf mich selbst besonders gut aufpassen muss in der Begleitung – gottseidank nicht, weil mir das passiert wäre)?

Anja: Ah, nein, da ist der Begriff „Elterncafé“ in der Tat missverständlich. „Eltern“ kommt daher, dass unser Verein schwerpunktmäßig für Kinder und junge Erwachsene da ist. Die Eltern werden aber auch unterstützt. Ich surfe also tatsächlich mitten durch - wie Du so schön schreibst - mein eigenes Grundwasser und begleite Eltern, die einen Partner verloren haben. Da muss ich Dich mit Deiner steilen These leider auflaufen lassen ;0)
Ich denke, dass mir bei der Begleitung meine emotionale Nähe da eine Hilfe ist. Ich bin den Weg schon ein Stück weiter gegangen und kann hoffentlich mit meinem Licht einen Weg zeigen… In unserem Verein werden auch verwaiste Eltern begleitet – diese Aufgabe möchte ich später einmal sehr gerne übernehmen, fühle mich ihr aber noch nicht gewachsen. Ich habe (glücklicherweise!!!) hier keine Vorerfahrung, habe aber das Gefühl, dass mich da etwas „ruft“ – klingt bissel komisch, aber vielleicht weißt Du, was ich meine? Meinst Du nicht, dass man dort, wo man emotional am stärksten involviert ist auch am… sagen wir …glaubhaftesten begleiten kann? 
Magst Du verraten, was Dich dazu bewegt hat, Trauerbegleiter zu werden?

Ich freue mich über Dein Interesse, aber, nee, so läuft das hier nicht… (lach). Weil ja „Interview“ drübersteht, sind die Spielregeln: Ich stelle die Fragen, Du antwortest. Aber weil ich ganz oft gefragt werde, warum ich eigentlich Trauerbegleiter geworden bin, schreibe ich bald mal einen Blogbeitrag drüber. Einverstanden? Dir ein herzliches Danke für das Sich-Zeit-nehmen und Fragen-beantworten. Und fürs offene Weinen. Ein gutes Zeichen, finde ich!

Anja: Achso… Stimmt ja, sorry. Aber wenn nicht nur ich neugierig bin, ist es eine tolle Idee, wenn Du mal einen Blogbeitrag dazu schreibst – ich bin gespannt. Ich freue mich sehr, dass Du mit diesem Interview auf mich zugekommen bist! Trotz und gerade wegen der Tränen, zu denen Du mich gerührt hast, hat es mir sehr viel Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten. Herzlichen Dank dafür!

Danke fürs offene und ehrliche Beantworten! 

Anjas Blog "Ein Stück untröstlich" ist hier erreichbar... 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was bei modernen Trauerfeiern heute alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Ein Dialog über das "Nachsterben wollen", den Wunsch nach dem eigenen Tod - zwei Trauerbegleiter unterhalten sich

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?


Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)

Und außerdem im Kultur-Blog des Autors: Warum die "Live-im-Kino"-Ereignisse ein großer Wachstumsmarkt, was die Branche noch Spannendes plant und warum sie medial gesehen zwischen allen Stühlen sitzt - ein Interview rund um Rock'n'Roll & Oper im Kino

Dienstag, 22. August 2017

Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was bei modernen Trauerfeiern alles möglich ist, möglich sein sollte und wie gut es Trauernden tun kann - Impulse für ein lebendiges Gedenken in der modernen Welt

Osnabrück - Darf man auf einer Trauerfeier auch tanzen? Ist es möglich, die Trauerrede auch als Audiodatei zugeschickt bekommen zu können? Auf der Messe "Leben und Tod 2017", die bereits im Mai in Bremen stattfand (und hier auf diesem Blog seither sukzessive weiter aufgearbeitet wird), gab es viele Impulse für eine moderne Trauerfeier, die dem zu bestattenden Menschen auch gerecht wird. Und auch hier zeigte sich, dass heutzutage viel mehr möglich ist als man so denkt....

Schon vor kurzem habe ich über die Vorträge der beiden modernen Bestatter Barabara Rolf aus Stuttgart oder David Roth aus Bergisch-Gladbach berichtet, die auf der Messe Leben und Tod 2017 ein glühendes Plädoyer für eine moderne und individuelle Bestattungs- und Trauerkultur gehalten haben über reichhaltige Erfahrungen verfügen (hier geht es zu diesem Text). Am Schönsten waren diese beiden Vorträge immer dann, wenn beide Bestatter eine selbst erlebte Geschichte erzählten. Zum Beispiel diese hier:


Ein melancholischer Tango auf einer Trauerfeier - das wäre doch der perfekte Tanz mit all seiner Lebensnähe und gleichzeitigen Düsternis...  (Pixabay.de-Foto/Creative-Commons-0-Lizenz)

In der Einladung zur Trauerfeier für seine verstorbene Frau hatte der Witwer geschrieben: "Es ist mir nicht wichtig, was ihr anhabt, aber wenn ihr einen Tipp wollt: Sie liebte Gelb." Also trugen nahezu alle Gäste, selbst die am schwärzesten angezogenen, irgendwo etwas Gelbes, ein Bändchen, eine Brosche, eine Mütze, irgendwas. Sichtbar und schön bunt und überhaupt nicht getragen. Denn geht es nicht bei der Trauerfeier genau darum - einen Übergang vom bunten Leben zu schaffen in etwas Unbekanntes, von dem wir gar nicht genau wissen, ob es nicht auch bunt sein könnte?


Bestatter müssen offen sein - und technisch versiert


Wie sehr die moderne Technik Einzug hält, wurde mir bei einem Gespräch mit der Theologin und Trauerrednerin Birgit Janetzky aus Heuweiler bei Freiburg klar (ebenfalls Expertin für digitalen Nachlass), mit der ich mich auf der Messe zum Kennenlernen verabredet hatte. Sie berichtete, dass es durchaus Anfragen gäbe, eine gehaltene Trauerrede aufzuzeichnen und als Audiodatei an die Angehörigen zu verschicken. Aber auch Janetzky räumte ein, was andere Zuhörer der Vorträge sagten: Dass es auf die Offenheit und Ausstattung der Bestatter ankommt und dass diese Branche derzeit noch eher konservativ unterwegs ist. Barbara Rolfs Credo dazu: "Die Kunden müssen die Bestattungsbranche ändern" - aber dazu müssten sie umfassend über ihre Rechte aufgeklärt sein (mehr dazu in meinen Blogbeitrag).


Jeder bringt ein Licht mit - für das riesige Bodenherz


Weitere Impulse aus den Vorträgen: Tanzen auf der Trauerfeier ist möglich (das hat mich übrigens als leidenschaftlicher Standard- und Lateintänzer besonders gefreut  - und auch wenn ich den argentinischen Tango trotz mehrfacher Versuche nach wie vor besonders schwierig finde, wäre das doch mit all seiner melancholischen Eleganz und gleichzeitigen Lebensnähe ein total passender Tanz für eine stilvolle Trauerfeier.... - Einschub Ende.) Oder das: Ein riesiges Lichterherz, auf dem Boden, und jeder Gast konnte, wenn er wollte, eine Kerze in einem Glas anzünden und dort mit hineinstellen. Was ein sehr schönes Bild gewesen sein muss, denn das Herz soll wirklich riesig gewesen sein, wie Barbara Rolf berichtete. Und noch in einem weiteren Vortrag auf der Messe habe ich ein zu alledem hervorragendes Zitat aufgeschnappt.

Möglichst bunt und lebensnah - so darf auch der Tod sein. Es muss nicht immer getragen und majestätisch zugehen.   (Pixabay.de-Foto, Creative-Commons-0-Lizenz) 

So sagte die Familienbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper: "Zu schreiben, bitte weint doch nicht an meinem Grab ist genauso schwachsinnig wie in einer Geburtstanzeige zu schreiben: Bitte freut Euch nicht, das kann halt mal passieren..." Kurzum: Auch auf einer guten Trauerfeier ist alles gestattet, was Leben ist. Bunte Farben, Tänze und Musik, Tränen und Gefühle, Abschied und Freude, Technik und Symbolik. Sogar Tango. Und warum auch nicht?

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen, nicht umgekehrt - ein Plädoyer für eine modernere Bestattungskultur

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer im Berufsleben/Trauer in der Arbeitswelt - was Arbeitgeber alles tun können - schon mit Kleinigkeiten ganz viel erreichen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)

Und außerdem im Kultur-Blog des Autors: Warum die "Live-im-Kino"-Ereignisse ein großer Wachstumsmarkt, was die Branche noch Spannendes plant und warum sie medial gesehen zwischen allen Stühlen sitzt - ein Interview rund um Rock'n'Roll & Oper im Kino

Dienstag, 15. August 2017

"Sterben" von Corey Taylor - ein Buchtipp für alle Menschen, nicht alleine für die tatsächlich Sterbenden (eine Besprechung und eine Auseinandersetzung)

Osnabrück - Darf einen ein Buch über etwas so Existenzielles wie das Sterben beglücken? Darf es entzücken? Wenn es so feingeschliffene Gedanken, so wertvolle Formulierungen und so scheinbar banale, aber wesentliche Erkenntnisse enthält wie dieses, darf es das. Jedoch ist "Sterben" von der australischen Autorin Corey Taylor im Wesentlichen eine Familiengeschichte - keine Reise durch Sterbeprozesse. Das muss wissen, wer sich drauf einlassen will. Lernen lässt sich aber dennoch eine Menge.

In nur wenigen Wochen verfasste die australische Schriftstellerin Cory Taylor 2015 dieses Buch, das - wie glücklich für sie - noch kurz vor ihrem Tod erschien. Ihr Krankheitsprozess ist beim Schreiben schon weit fortgeschritten, ihre Lebenswelt ist auf zwei Zimmer zusammengeschrumpft: Das Schlafzimmer mit dem Bett darin und das Wohnzimmer mit ihrem Computer. Mehr Wege schafft sie nicht. Dort sitzt sie und schreibt - erzählt aus ihrem Leben, verbindet kurze Anekdoten und Zusammenhänge. Aber immer wieder, meistens dann, wenn der Leser es gar nicht erwartet, begibt sie sich in kurzen Glücksmomenten auf eine philosophische Metaebene, reflektiert über den Prozess des Sterbens an sich und darüber, wie alles zusammenhängt. Dies geschieht in nur wenigen Zeilen mit wenigen Worten. Aber die haben es in sich. Und auch das Durchlesen der Familiengeschichten ist unbedingt lohnend - weil sich das bemerkenswerte Ende des Buches sonst nicht vollends verstehen lässt. Corey Taylor hat indes eine Form gefunden, ihr eigenes Ende zu beschreiben, die den Leser gerade wegen ihrer artifiziellen Distanzierung berührt und bewegt. 

Lesenswert - oder hörenswert: "Sterben" von Corey Taylor ist ein bemerkenswertes Buch bzw. Hörbuch.   (Thomas-Achenbach-Foto)

»Wenn wir selbst an unser Ende gelangen, können wir auf einen solch lebhaften Rückblick und eine solch klare Vorausschau nur hoffen.« Das sagte der britische Autor Julian Barnes über dieses Buch. Barnes, der selbst seine Frau verloren und der seinem eigenen Leidensprozess in dem auf diesem Blog bereits vorgestellten Werk "Lebensstufen" eine lesenswerte Dokumentation gewidmet hat. Corey Taylor ist weder gläubig noch christlich. Auch ihr Sterbeprozess hat daran nichts geändert, obwohl sie Fragen dieser Art durchaus innerlich diskutiert. Was ihre Gedanken so lesenswert macht, ist die unbedingt dankbare und anerkennende Art und Weise, wie sie ihr Leben reflektiert - und auch solche Fragen wie "Hätte ich ein anderes Leben führen können/sollen/müssen" dabei nicht außer Acht lässt. Aus dieser Art und Weise, sein Leben zu reflektieren, lässt sich viel lernen.


Auch das ist Sterben: Stöbern in der eigenen Biograhpie


Denn das Durchstöbern der eigenen Biographie am Ende des Lebens, das Suchen nach Spuren und Wegen, vor allem aber die Suche nach der eigenen Identität ist etwas, das uns Halt geben kann. Den Stift (oder den Laptop) nehmen und losschreiben, sich fragen, wo man eigentlich herkommt und was einen eigentlich ausmacht - das ist die Reise, auf die sich Corey Tayler begeben hat. Um am Ende zu erstaunlichen Erkenntnissen zu gelangen: "All unsere Erfahrungen existieren gleichzeitig, sind uns ins Fleisch eingebrannt", schreibt sie. So ist sie immer beides: Das kleine Mädchen und die sterbende Frau. Und daran ist nichts Neues, denn: "Wir sterben schon von dem Augenblick an, in dem wir geboren werden, soviel weiß ich jetzt". Immer mal wieder taucht Corey Taylor mit ihren Lesern in diese überraschende Tiefe ein, aber nur als kurze Stippvisite. Denn im Grunde ist "Sterben" ein Buch über eine nicht besonders heile und nicht besonders stabile Familie. Oder anders gesagt:


Schon beim Hören von "Sterben" von Corey Tayler habe ich gemerkt, dass ich ein paar der geäußerten Gedanken unterstreichen möchte. Weil mich das Hörbuch so fesselte, habe ich das gedruckte Buch noch dazugekauft.   (Thomas-Achenbach-Foto) 

Eine Geschichte über eine Herkunft. Gleichzeitig ist es der Versuch, der Ohnmacht ein kleines Schnippchen zu schlagen, wenigstens einen kleinen Teil an Kontrolle auch nach dem Sterben zu behalten: "Erzähle Deine Geschichte selbst, oder jemand anderes wird das tun". Das ist das Motto. Nun, es ist ihr gelungen. Übrigens gibt es "Sterben" auch als von der Schauspielerin Marlen Diekhoff eindrucksvoll gelesenes Hörbuch, das ich sehr empfehlen kann und das mir manche Autofahrt zur Arbeit und zurück zu einem Weg in etwas Tieferes hat werden lassen (weil mich das Hörbuch so fesselte, habe ich mir das gedruckte Buch ebenfalls noch nachgekauft). Denn die zum Zeitpunkt der Aufnahme immerhin auch schon 78 Jahre alte Marlen Diekhoff ist mit ihrer reifen und irgendwie nach Altersweisheit klingenden Stimme die perfekte Besetzung für diese Textzeilen. Noch eine Randbemerkung: Sich in seinem eigenen Sterbeprozess schreibend mit seinem eigenen Leben auseinanderzusetzen, kann etwas sehr Hilfreiches sein. Nicht umsonst gibt es derzeit mehrere Menschen, die dabei ihre Hilfe anbieten. Auch insofern setzt "Sterben" einen wertvollen Impuls.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen


Ebenfalls auf diesem Blog: Bald darfst Du wegen Trauer krankgeschrieben und überwiesen werden - warum das derzeit so umstritten ist


Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?


Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte


Und im Kultur-Blog des Autors: Genug gemeckert, wir sollten froh sein über unsere Theater - eine Liebeserklärung und eine Lobpreisung zum Welttheatertag

Dienstag, 8. August 2017

Nachsterben wollen: Was mache ich, wenn meine Sehnsucht so groß wird, dass ich den Verstorbenen hinterhergehen möchte? - Auftakt der neuen Serie "Zwei Trauerbegleiter unterhalten sich" (Folge 1)

Osnabrück/Berlin – Zwei Trauerbegleiter unterhalten sich. So heißt diese neue Serie hier auf diesem Blog – und zeitgleich auf dem Blog der Buchautorin und Trauerbegleiterin Eva Terhorst aus Berlin (siehe hier)... Witzig, wie es dazu kam. Manchmal gibt es sowas im Leben. Da schreibt Dir jemand eine E-Mail, den Du noch nicht kennst, und Du hast sofort so eine Idee, so nach dem Motto, oh klasse, dass Du Dich meldest, lass uns doch mal was ausprobieren, ich hatte da so eine spontane Idee…
So war das jedenfalls, als sich Eva bei mir meldete, die ebenfalls beim hier kürzlich vorgestellten Trauerchat aktiv ist und mein Interview dazu gelesen hatte. Was wir beide jetzt anbieten wollen, ist ein öffentlicher Erfahrungsaustausch, ein Dialog zwischen zwei Trauerbegleitern. Weil wir überzeugt sind, dass ein solches Gespräch beim Lesen allen Menschen in einer Trauer- oder Verlustkrise besser zu verstehen hilft, was sie gerade durchmachen, wenn sie einen geliebten Menschen verloren haben. Und Eva darf heute mal den Auftakt machen, na klar - also, los geht es:


Eva Terhorst aus Berlin hat mehrere Bücher zum Thema Trauer geschrieben und arbeitet unter anderem als Trauerbegleiterin. Sie betreibt auch einen Blog zum Thema Trauer. 

Lieber Thomas, heute hatte ich das Thema: Was mache ich, wenn meine Sehnsucht so groß wird, dass ich meinem verstorbenen Partner hinterhergehen möchte? Ich merke, dass das bei fast allen Menschen irgendwann einmal Thema wird, wenn der Partner oder das Kind gestorben ist. Meistens spreche ich das Thema bei meinen Klienten von selbst an und kann feststellen, dass sie dann fast erleichtert sind, wenn sie frei darüber sprechen können, ohne dafür verurteilt zu werden. Es hilft ihnen auch, wenn ich ihnen dann sage, dass das normal ist und zur Trauer dazu gehört. Eine Phase, die wieder vorbei geht. Dann wissen sie, wie sie diesen Wunsch, dem Verstorbenen zu folgen, einordnen sollen und fühlen sich ein wenig entlastet. Wie gehst du auf dieses Thema bei deiner Arbeit ein? Liebe Grüße, Eva.

Liebe Eva, da muss ich Dir ein dickes Kompliment machen – das Thema ganz aktiv von mir aus anzusprechen, habe ich tatsächlich noch nicht getan. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass es bei den Trauernden ein großes Bedürfnis geben kann, darüber zu sprechen - also über diesen Wunsch des "Hinterhergehens" oder 
des Nachsterbenwollens. Und ich kann die Motivation, die hinter diesem Wunsch steht, sehr gut nachvollziehen - letztlich sind das ja urromantische Motive. Die Vision, man wäre dann vielleicht irgendwie zusammen, in einem gleichen, wie auch immer gearteten Raum... Aber, zugegeben, das Thema macht natürlich auch mir als Begleiter Angst: Wenn ich im Gespräch das Gefühl hätte, da ist einer gerade sehr, sehr ernsthaft daran interessiert, sich aus lauter Trauer zu suizideren, dann wäre ich mit meinem Latein am Ende. Da hilft dann nur: Ab ins Auto und zusammen zum Arzt oder zur psychologischen Klinik fahren... – einliefern, Verantwortung abgeben. Hast Du das schon mal erlebt? Liebe Grüße, Thomas

Im Nebel des Unverständlichen kann man schon mal die Übersicht verlieren - so geht es vielen Trauernden.   (Pixabay.de-Foto, Creative-Commons-0-Lizenz)

Lieber Thomas, zum Glück ist es mir noch nie passiert, dass einer meiner Klienten seinem geliebten Menschen in den Tod gefolgt ist. Mir macht aber die Tendenz dorthin wenig Angst, weil ich sie nach dem Tod meiner Mutter selbst erlebt habe. Geholfen hat mir damals, dass ich die klare Vorstellung hatte, dass meine Mutter mir sagen würde, dass meine Zeit noch nicht gekommen sei und sie jetzt noch nichts mit mir im „Jenseits“ anfangen könne. Wir können ja auch gar nicht sicher sein, dass wir wirklich bei unserem geliebten Menschen landen würden, wenn wir uns zu so einem drastischen Schritt entscheiden. Mit meinen Klienten, die teilweise sehr mit diesem Gedanken beschäftigt sind, vereinbare ich, dass sie nichts in dieser Hinsicht unternehmen dürfen, bevor sie nicht mit mir gesprochen haben. Natürlich bietet das keine wirkliche Sicherheit, aber ich bemerke, dass diese Vereinbarung für sie durchaus eine Hürde bzw. Sicherheit darstellt. Ich werde so zu einer Art Instanz. Auch wirkt es gut, dass sie spüren, dass es mir wichtig ist, dass sie diese schwierige Phase überleben und ich ihnen dabei helfe. In diesem Moment fühlen sie sich dann einfach nicht mehr ganz so alleine wie zuvor. Aber im Ernstfall ist es genau wie du schreibst, dann ab ins Auto und zu einer Klinik mit entsprechender Abteilung. Liebe Grüße Eva

Liebe Eva, ich freue mich sehr für Dich, dass Du damit so gute Erfahrungen gemacht hast. Das ist ja durchaus mutig, aber Du wirst da sicher das Gespür für haben, bei wem eine solche Verabredung gut aufgehoben ist und wie weit Du da gehen kannst. Ich kann Dir allerdings nur beipflichten: Es aussprechen zu dürfen, einfach  mal darüber sprechen zu können, das ist für viele schon die erste und oft auch wichtigste Intervention. Manchmal reicht das dann auch schon. Aber nicht für alle. Deswegen sollten wir auch unbedingt noch schreiben: Wer wirklich und ernsthaft an einen Suizid denkt und diese Gedanken nicht loswird, findet gute und sogar anonyme Hilfe im Internet oder am Telefon: Kostenlose Telefonseelsorge: 0800/1110111 – anonyme Mailberatung über Internetseite: www.telefonseelsorge.de. Übrigens betonen alle, die mit Suizidprävention beschäftigt sind, immer wieder: Die meisten Suizide geschehen aus eigentlich heilbaren, depressiven Prozessen heraus! Ich finde, diese Hilfsangebote sollten wir unbedingt nochmal erwähnen – Dir, liebe Eva, sende ich liebe Grüße, Thomas.


Thomas Achenbach ist der Autor dieses Blogs, er ist in Osnabrück als Trauerbegleiter aktiv.   (C.-Achenbach-Foto) 

Lieber Thomas, das sehe ich so wie du, möchte noch ein wenig mehr unterscheiden, denn Trauer ist keine psychische Erkrankung auch wenn es passieren kann, dass man nach dem Tod eines geliebten Menschen in eine Art reaktive Depression oder Anpassungsstörung geraten kann. Die unterscheidet sich aber deutlich von einer waschechten Depression, deren Ursache man meistens nicht nachvollziehen kann. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist auch, dass eine reaktive Depression oder Anpassungsstörung nach einer gewissen Zeit wieder verschwindet und nicht unbedingt medikamentös behandelt werden muss. Der Begriff Anpassungsstörung ist da beinahe selbsterklärend. Es braucht einfach seine Zeit, bis man sich an die neue Situation angepasst hat. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich um eine Situation handelt, auf die man keinen Einfluss hatte. Man konnte den Tod nicht verhindern, bleibt ungefragt ohne den geliebten Menschen zurück und muss unter Umständen sein Leben in fast allen Punkten neu organisieren und umstrukturieren. Das braucht Zeit und Kraft. Die Motivation ohne den Verstorbenen weiter zu leben, muss sich leider oft hart erarbeitet werden. In meinem Buch „Ich konnte nichts für dich tun: Trauern und Weiterleben nach einem Verlust durch Suizid“ (Link hier) gehe ich genauer auf die Unterscheidung Depression, reaktive Depression und Anpassungsstörung ein. Liebe Grüße Eva

Liebe Eva, ich freue mich darauf, diesen Dialog bald fortsetzen zu können zu weiteren Themen. Herzliche Grüße, Thomas

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 „Zwei Trauerbegleiter unterhalten sich“: Hier tauschen sich die beiden Trauerbegleiter Thomas und Eva über die Themen ihrer Arbeit aus. Das soll zu einem besseren Verständnis beitragen, warum Trauerbegleitung wichtig ist und euch helfen, besser zu verstehen, was ihr gerade durch macht, wenn ihr einen geliebten Menschen verloren habt. Auch für Angehörige von Trauernden kann dieser Dialog hilfreich sein. Denn es ist manchmal nicht so leicht nachzuvollziehen, was in jemandem vor sich geht, wenn er trauert. So kommt es schnell zu Missverständnissen und gut gemeinten Ratschlägen, die oft das Gegenteil vom Beabsichtigten auslösen. Sehr, sehr gerne können Trauernde, Angehörige, Trauerbegleiter und alle, die mit dem Thema zu tun haben, mit ihren Kommentaren dazu beitragen, dass dieser Dialog lebendig und hilfreich sein kann! Mehr Infos über Eva und ihre Arbeit gibt es hier....
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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier.

Hier geht es zum ersten Teil des Jahresthemas Trauer in der Arbeitswelt/Trauer am Arbeitsplatz bzw. Trauer im Berufsleben - bitte hier klicken.

Hier geht es zum zweiten Teil des Jahresthemas Trauer in der Arbeitswelt/Trauer am Arbeitsplatz bzw. Trauer im Berufsleben - bitte hier klicken.

Ebenfalls auf diesem Blog: So funktioniert der Trauer-Chat im Internet; ein Modell, das immer erfolgreicher wird - Interview mit dem Macher & Moderatoren

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Und im Kultur-Blog des Autors: Genug gemeckert, wir sollten froh sein über unsere Theater - eine Liebeserklärung und eine Lobpreisung zum Welttheatertag

Mittwoch, 2. August 2017

Zurück aus der Sommerpause, neue Broschüre über Trauer erschienen - mit Seminaren, Vorträgen und Aktionen geht es weiter im zweiten Halbjahr 2017 - Plus: Die Gewinner der Buchverlosung (Liebe "Ly"; bitte melden!)

Osnabrück – Frisch zurück aus der Sommerpause, stehen auch schon die nächsten Termine im Kalender. Dazu später mehr. Aber zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern der Buchverlosung von Eva Terhorst Trauer-Tagebuch "Damit das Leben wieder heller wird". Zwei von den dreien sind schon angemailt und wissen Bescheid. An die Kommentatorin "Ly" - die anonym teilgenommen hat - sende ich hiermit die Bitte, sich bei mir zu melden: Du hast ein Buch gewonnen, bitte melde Dich per E-Mail bei mir (Kontaktdaten unter "Info") - und ein herzliches Beileid zu Deinem schweren Verlust! Eine weitere Verlosung startet hier in Kürze - jetzt aber erstmal ein kurzer Ausblick auf das soweit Geplante und Kommende und das Neue.
  
Das war eine Ehre und eine Auszeichnung: Für den deutschen Hospiz- und Palliativverband durfte ich als später dazugestoßener Teil eines Autorenteams mitarbeiten an einer Broschüre über Trauer und Trauerbegleitung, die viele Impulse und Leitgedanken enthält und, wie ich finde, sehr lesenswert geworden ist. Die Broschüre lässt sich unter diesem Link kostenlos herunterladen oder über die E-Mail-Adresse info@dhpv.de als gedruckte Version bestellen. Soweit das Neue, kommen wir zum Kommenden.

An dieser Broschüre für den deutschen Hospiz- und Palliativverband habe ich mitwirken dürfen als Teil eines Autorenteams - das war eine Ehre.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Ein öffentlicher Vortrag von mir steht am 25. Oktober (Mittwoch, 19 Uhr) in Bad Laer im dortigen Gesundheitszentrum am Grünen Weg auf dem Programm. Im Mittelpunkt stehen dann die Unsicherheiten, die es im Umgang mit Trauer oft gibt. Bei den Trauernden selbst - aber auch bei Angehörigen, Freunden oder Nachbarn. Ziel dieses Vortrags ist es, erste Impulse für einen angemessenen und kreativen Umgang mit den eigenen Gefühlen zu setzen und dazu beizutragen, Trauernde und deren engeres Umfeld in einem neuen Verständnis wieder enger zusammenrücken zu lassen. Der Vortrag richtet sich neben Trauernden auch an alle, die das Thema interessiert. Infos unter www.gesundes-netzwerk.info verfügbar sein. 


Ein Tagesseminar und neue Blogthemen


Am 14. Oktober 2017 (Samstag) darf ich für die Mitglieder von Selbsthilfegruppen in der Region Osnabrück ein Seminar geben, das den Titel trägt: "Tod und Trauer Raum und Würde geben" und das von 10-16 Uhr in der Katholischen Landvolkhochschule Osnabrück stattfinden wird (Infos und Anmeldung unter Telefon 0541/501-8317). Für diesen Blog sind auch schon weitere Themen fest eingeplant: Die Fortsetzung des Jahresprojekts "Trauer in der Arbeitswelt" mit weiteren Beiträgen, eine Besprechung des Buches "Sterben" von Corey Taylor und ein Beitrag über den typisch deutschen "Fluch der Tapferkeit" (als weitere Nachlese der Messe "Leben und Tod")... Und es gibt dann auch noch mehr und andere Bücher von Eva Terhorst. So die Pläne. 

Damit das Leben wieder heller wird - jeweils ein Exemplar des Buches geht jetzt an die Gewinner raus.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Übrigens, hier noch die Eckdaten für alle, die das Buch leider nicht gewinnen konnten und sich eines kaufen wollen: "Damit das Leben heller wird" ist erschienen im Patmos-Verlag, hat 186 Seiten, fest gebunden und kostet 16 Euro. Eva hat übrigens noch mehr Bücher geschrieben - dazu gibt es bald mehr zu lesen auf diesem Blog. 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Bald darfst Du wegen Trauer krankgeschrieben und überwiesen werden - warum das derzeit so umstritten ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Und im Kultur-Blog des Autors: Genug gemeckert, wir sollten froh sein über unsere Theater - eine Liebeserklärung und eine Lobpreisung zum Welttheatertag